Rasen Sanden - Profitipps für den perfekten Rasen

„Regelmäßiges Besanden dient der Umsetzung von Rasenfilz

Darüber hinaus sind besonders bei älteren Flächen Besandungen notwendig, um die Rasentragschicht, vor allem an der Oberfläche und im oberflächennahen Bereich, in Korngrößenverteilung und Gehalt an organischer Substanz funktionsfähig zu erhalten.

Denn mit der Zeit stellt sich praktisch bei allen Plätzen einerseits eine für Umsetzung und Durchlüftung wünschenswerte Regenwurmaktivität ein, die allerdings mit der Ablagerung von Feinteilen aus tieferen Schichten an der Oberfläche verbunden ist. Andererseits führt der auch mikrobiologisch bedingte Filzabbau zu einer Konzentration von mehr oder weniger fein strukturierter organischer Substanz an der Oberfläche, oder, durch Stolleneindrücke verursacht, in der Oberzone der Rasentragschicht.

Beide Vorgänge schränken die Wasserdurchlässigkeit ein, erhöhen die Wasserrückhaltung an der Oberfläche und führen im Extrem entweder zu Oberflächenverkrustung oder zu „Schwammigkeit“. Derartigen negativen Wirkungen ist durch rechtzeitiges Besanden zu begegnen, wenn nicht regelmäßiges Löchern und Verteilen des herausgearbeiteten, feinteil- und humusarmen Materials der Rasentragschicht die gleiche Wirkung erbringen.

Sandmenge und Häufigkeit

Sandmenge und Besandungshäufigkeit richten sich nach dem Grad der Veränderung der Rasentragschicht. In der Regel dürfte ein einmaliges Besanden mit etwa 2 bis 3 l Sand je m2 im Frühjahr ausreichen.

Diese Frühjahrsbesandung kann ggf. im Anschluss an eine Nachsaat stattfinden.Wenn bei hoher Regenwurmaktivität aber eine stärkere Ablagerung an feinteil- und humusreichem Material auf der Oberfläche der Rasentragschicht entsteht, wird eine zweite Besandung mit der gleichen Sandmenge im Spätsommer bzw. Frühherbst erforderlich sein.“

 

Anmerkung 100proGreen:

Im Hausgarten werden typischerweise keine DIN-Aufbauten einer Rasentragschicht (DIN 18035-4 oder auch DIN 18035-1) vorhanden sein. Daher empfiehlt es sich bei sehr lehm- bzw. feinanteilhaltigen Böden alle vier bis sechs Woche 1,5-2 Liter Sand je m2 auszubringen (Topdressen).

 

„Der Auswurf von Regenwürmern stellt bei einem bindigen Baugrund stets ein Gemisch aus Baugrundboden und Rasentragschicht, angereichert durch rasenbürtige organische Substanz, dar. Bei normgerechten Sportfeldaufbauten setzt sich die Regenwurmlosung folglich nie vollständig aus Lehm oder Sand zusammen. 

Sandqualität

Zur Besandung geeignete Sande müssen verschleiß- und verwitterungsbeständig sein. Folglich kommen vorrangig Quarzsande bzw. Sande mit einem geringen löslichen Kalkanteil in Betracht.

Um den erforderlichen „Vermagerungseffekt“ zu bewirken, müssen Sande darüber hinaus weitestgehend schlämmkornfrei sein; es sind also vornehmlich gewaschene Sande zu verwenden.

Die Sandkörnung muss ein Einrieseln in die Narbe, eine genügende Texturveränderung und eine ausreichende Scherfestigkeit garantieren.

Bei regelmäßigen Besandungen können zur Sicherung der Scherfestigkeit auch eine feinere (0/1-feinsandreich) und eine gröbere (0/2-feinsandarm) Körnung im Wechsel angewendet werden. Dies gilt auch für die Verwendung von Lava, wo aus Gründen der Verletzungsgefahr auf einen besonders geringen Anteil an Kieskorn (> 2 mm) zu achten ist.“

 

Anmerkung 100proGreen:

Wir empfehlen eine Körnung, die zwischen 0,4 und 1,8 mm liegen sollte. Gerade bei stark verdichteten Böden sollte die Körnung sogar eher bei 0,8-1,8mm liegen.

 

 

 

Quelle: DFL Broschüre Sportplatzbau und Erhaltung 5. überarbeitete Auflage (2017)